Eine hohe Anzahl an jungen Kolleg*innen wird deshalb nach Abschluss des Vorbereitungsdienstes aus anderen Regierungsbezirken dorthin versetzt, wo sie gebraucht werden. Lehrer*innen müssen selbstverständlich dort eingesetzt werden, wo die Schüler*innen sind und somit dreht sich auch in diesem Jahr wieder das Versetzungskarussell in ganz Bayern.
"Den jungen Kolleg*innen ist bewusst, dass sie nach Abschluss ihrer Ausbildung dem bedarfsgerechten Einstellungsverfahren unterliegen und diese Versetzungen notwendig sind. Dennoch stellen diese Versetzungen für viele Betroffene verständlicherweise eine erhebliche Belastung dar. Der Wunsch, im Heimatregierungsbezirk bleiben zu können, ist mehr als nachvollziehbar", so Nina Pirc, Vorsitzende des Jungen BLLV.
Frühzeitige Informationen für alle Schularten
Wie soll man nun mit diesem Spannungsfeld zwischen dem Bedarf des Dienstherrn und den berechtigten Wünschen der Betroffenen umgehen? „Wir brauchen frühzeitige Informationen für die Betroffenen,“ so Pirc. Vor allem im Bereich der Grund- und Mittelschulen erfolge die Bekanntgabe des neuen Einsatzortes so spät, dass sich für die Kolleg*innen erhebliche Schwierigkeiten ergeben – insbesondere bei der Wohnungssuche in den Ballungsräumen. In anderen Schularten zeige sich, dass frühere Entscheidungen durchaus möglich sind.
Gerade also im Bereich der Grund- und Mittelschulen, in dem es die meisten Versetzungsfälle gibt, wäre es dringend notwendig, eine frühzeitigere Bekanntgabe der geplanten Versetzungen zu erreichen.
Frühzeitige Bekanntgabe auch für Referendar*innen relevant
Auch bei den Referendar*innen an Gymnasien ist die Situation unbefriedigend. Sie befinden sich noch mitten in ihrer Ausbildung und erfahren ihre Einsatzschule oftmals erst Mitte oder sogar Ende August. Wer eine Planstelle erhält, bekommt diese Information zwar etwas früher, dennoch bleibt für viele die Zeit bis zum Schuljahresbeginn von großer Unsicherheit geprägt. “Gerade für angehende Lehrkräfte, die parallel einen Umzug organisieren, Wohnraum suchen und sich auf den Berufseinstieg vorbereiten müssen, ist diese späte Information eine enorme Belastung. Eine frühere Bekanntgabe wäre deshalb nicht nur eine Frage der Planungssicherheit, sondern auch der Verlässlichkeit und des Vertrauens gegenüber dem beruflichen Nachwuchs", erklärt Pirc, die aktuell selbst mitten im Referendariat am Gymnasium steckt.
Perspektiven schaffen
Eine weitere Forderung des Jungen BLLV ist das Aufzeigen von Perspektiven. “Wenn junge Lehrkräfte wissen, wie lange sie voraussichtlich in einem anderen Regierungsbezirk eingesetzt werden und wann eine Rückkehr in den Heimatregierungsbezirk realistisch ist, erhöht dies die Akzeptanz und das Verständnis für notwendige Versetzungen erheblich", so Pirc.
Dass Referendar*innen häufig als Letzte über ihren Einsatz informiert werden, vermittle zudem den Eindruck, dass sie in erster Linie zur Deckung kurzfristiger Personalbedarfe eingesetzt werden. Der Junge BLLV ist jedoch überzeugt: Wer sich noch in der Ausbildung befindet, sollte nicht das Gefühl haben, lediglich Lücken im System schließen zu müssen. Ausbildung braucht Planung, Begleitung und Wertschätzung.
„Wir wissen, dass das Versetzungsverfahren aufgrund des unterschiedlichen Lehrerbedarfs notwendig ist. Gleichzeitig dürfen die Bedürfnisse und Sorgen der betroffenen Lehrkräfte nicht aus dem Blick geraten. Wer von jungen Menschen Flexibilität erwartet, muss ihnen im Gegenzug Verlässlichkeit, Transparenz und Planungssicherheit bieten“, so Nina Pirc abschließend.
