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Masterplan Lehrkräftebildung

Zeit ist Woan!

Am 12. Juli 2023 nahm die Lehrkräftebildungskommission ihre Arbeit auf, um die Zukunft der Lehrkräftebildung in Bayern neu zu denken. Fast zwei Jahre später, am 7. Mai 2025, stellte sie gemeinsam mit Kultusministerin Anna Stolz und dem Wissenschaftsminister ihre Ergebnisse vor. Was danach folgte, war zunächst Ungewissheit: Würde aus den Empfehlungen tatsächlich Politik, oder blieben sie Papier?

Über ein Jahr später lässt sich sagen: Das Ergebnis, der sogenannte „Masterplan zur Lehrkräftebildung“, kann sich sehen lassen. Die bayerische Staatsregierung will die Lehrkräftebildung neu aufstellen und sie stärker an den tatsächlichen Anforderungen des Berufs ausrichten. In zehn Handlungsfeldern und den drei Säulen der Praxisorientierung, Qualitätsentwicklung und Willkommenskultur erkennt der Junge BLLV echtes Potenzial. Unser Fazit: Arbeitsauftrag sehr gut verstanden! Jetzt muss er genauso gut umgesetzt werden.

Säule 1: Praxisorientierung

Bereits ab dem ersten Semester soll der Berufsfeldbezug deutlich gestärkt werden. Damit wird eine langjährige Forderung von Studierenden und dem Jungen BLLV endlich aufgegriffen: früher erleben und erproben, worauf es im Klassenzimmer wirklich ankommt und das begleitet von einer gestärkten Fachdidaktik.

Mit dem geplanten “Praxisjahr intensiv” geht die Staatsregierung sogar über die Forderung des BLLV-Lehrkräftebildungsmodells nach einem Praxissemester hinaus. Das ist ein starkes Signal: Die Staatsregierung hat verstanden, dass angehende Lehrkräfte einen spürbaren Praxisbezug nicht erst am Ende, sondern bereits im ersten Teil ihrer Ausbildung brauchen.

Auch die geplante gezielte Einübung zentraler Tätigkeiten guten Unterrichts greift unsere Forderung nach einer besseren Verzahnung der Ausbildungsphasen auf. Entscheidend wird nun sein, dass diese Ankündigungen auch in der Fläche und mit ausreichend Ressourcen umgesetzt werden.

Säule 2: Qualitätsentwicklung

Die zweite Säule soll die Ausbildung an dem ausrichten, was Lehrkräfte heute tatsächlich können müssen. Die Staatsregierung erkennt, dass Schule, und damit auch die Anforderungen an uns, sich stetig wandeln. Themen wie Inklusion, Heterogenität, Demokratiebildung sowie digitale Bildung und Künstliche Intelligenz sollen deshalb fester Bestandteil der Ausbildung werden. Davon profitieren nicht nur unsere Schülerinnen und Schüler, sondern auch wir als Lehrkräfte.

Besonders begrüßenswert: Auch die begleitenden Seminar- und Praktikumslehrkräfte sollen gezielt weiterqualifiziert werden, und die Ausbildungsphasen sollen enger miteinander verzahnt werden. Zudem soll das Referendariat evaluiert und weiterentwickelt werden, und das mit ersten konkreten Schritten wie dem Wegfall der schriftlichen Hausarbeit, wie der Junge BLLV es seit Langem fordert sowie dem Ersatz einer Lehrprobe durch eine Sequenzprüfung in einzelnen Schularten. Hier gilt es nun, die Evaluation konsequent fortzuführen.

Säule 3: Willkommenskultur

Die dritte Säule soll angehende Lehrkräfte von Anfang bis Ende qualitativ begleiten. Dazu will die Staatsregierung die tatsächlich erbrachten Leistungen von Lehramtsstudierenden endlich sichtbar machen: Praxiszeiten und das Erste Staatsexamen sollen künftig mit 30 ECTS-Punkten sowie einer angepassten Regelstudienzeit berücksichtigt werden. Eine überfällige und von uns ausdrücklich begrüßte Anerkennung.

Besonders freut uns im Jungen BLLV, dass im Vorbereitungsdienst künftig verbindliche Beratungsangebote, strukturiertes Onboarding sowie Resilienz und Selbstfürsorge einen deutlich größeren Stellenwert erhalten sollen. Auch hier gilt: Ankündigung ist der erste Schritt, verlässliche Umsetzung der zweite und darauf werden wir genau achten.

Unser Fazit

Der Junge BLLV lobt den Masterplan der Staatsregierung und begrüßt seine Ideen und Ansätze ausdrücklich, nicht nur, weil viele unserer langjährigen Forderungen aufgegriffen oder bereits umgesetzt wurden, sondern auch, weil wieder Hoffnung wächst: Hoffnung, dass dieser Beruf endlich die Anerkennung und Wertschätzung erhält, die er verdient.

In unserem Leitantrag “LehrKraft” zeigen wir auf, was Schule und Lehrkräfte brauchen, um langfristig tragfähig zu bleiben. Viele unserer Ideen und Forderungen finden sich nun im Masterplan wieder. Das macht uns zuversichtlich, aber nicht unkritisch. Denn jetzt kommt es darauf an, dass diese Reform im besten Interesse aller Beteiligten – Studierender, Referendar*innen, Dozent*innen, Professor*innen, Begleit- und Seminarlehrkräfte – konsequent umgesetzt wird. Nur so kann Bayern künftig wieder LehrKraft aufbauen, sie schützen und fördern, statt sie zu verbrauchen.

Der Plan ist gut. Jetzt zählt die Umsetzung – konsequent, verbindlich und ohne Verzögerung. Zeit ist woan!

Ein Kommentar von Nina Pirc, 1. Vorsitzende des Jungen BLLV