Digitale Landesdelegiertenversammlung (LDV) 2021 12.03.2021

Junglehrer fordern Perspektiven für die Schule von morgen

Starke Forderungen und einen starken Verbandsnachwuchs erlebte man vergangen Samstag auf der LDV des Jungen BLLV. Die Verlagerung in den digitalen Raum tat der im Zweijahresrhythmus stattfindenden Veranstaltung keinen Abbruch. “Wenn nicht wir, wer dann? Und wenn nicht, jetzt wann dann?” waren sich die Delegierten einig.

Der neue Landesvorstand und -ausschuss

Die bisherige Spitze des Jungen BLLV – Monika Faltermeier, Sebastian Hatib und Simon Glöbl – wurde im digitalen Voting via Polyas mit herausragendem Ergebnis in ihrem Amt bestätigt. Aber auch neue Gesichter mischen nun auf Landesebene als Vertretung für mehr als 18.000 Junglehrer*innen im BLLV mit. Wir bedanken uns insbesondere bei Tobias Prinz und Ionela Kolb für ihr langjähriges Engagement als Schatzmeister bzw. Geschäftsführerin im Jungen BLLV und freuen uns, dass beide dem BLLV erhalten bleiben. Der Schatzmeister des Jungen BLLV Mittelfranken, David Keller, wird die Kasse und die bisherige Schriftführerin Sabrina Mittermeier die Geschäftsführung übernehmen. Weiters begrüßen wir Alexander Hecht (Schriftführung), Franziska Gramsamer und Sabrina Wiesner (als Besitzerinnen) im Landesvorstand. Auch im Landesausschuss freuen wir uns, in neuer Besetzung durchzustarten!

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Der Leitantrag "Uns reicht’s – Zeit wird’s“

Nach den Wahlen stand die Verabschiedung von richtungsweisende Anträgen am Programm. Mit dem Leitantrag „Zeit wird’s – uns reicht’s!“ haben die Vorsitzenden den Nagel auf den Kopf getroffen. Der einstimmig verabschiedete Antrag macht deutlich, was zwischen den motivierten Junglehrern und der Schule von morgen steht: mangelnde Wertschätzung, unprofessionelle Kommunikation, Obrigkeitshörigkeit und blinder Aktionismus. Die jungen Lehrkräfte haben nichts, und zugleich alles zu verlieren. Sie wollen nicht mehr auf morgen vertröstet werden, sondern als Expert*innen der Praxis gehört werden und mit ihren Ideen mitgestalten. Dafür reichen kleine Zahnrädchen längst nicht mehr aus. Es muss Bewegung ins System kommen, um nicht das zu verspielen, was uns am wichtigsten ist: die Zukunft der Kinder! Denn: Eines Tages wird es dafür zu spät sein!

Elektrisierender Poetry Slam

Als Überraschungsgast erschien der deutsche Poetry Slam Meister Jean-Philippe Kindler am Bildschirm. Trotz räumlicher Distanz war elektrisierendes Gänsehaut-Feeling spürbar, als er seine Interpretation des Leitantrags in seinem Text vorführte. Er „slammte“ vom „Stau auf der A13“, über „W-LAN-Generatoren, die mit Dieselmotor angeworfen werden müssen“ bis hin zum „Mantel, der warm halten soll, der uns so langsam in Fetzen zerreißt“ und endete mit dem, worum es wirklich gehen sollte. Aber seht ihn euch doch am besten selbst an:

   
 

Speeddating mit Spitzenpolitiker*innen

Mit den Themen des frisch verabschiedeten Leitantrags ging es am Nachmittag sogleich in den Dialog mit bayerischen Spitzenpolitiker*innen: Prof. Dr. Gerhard Waschler (CSU, Bildungsausschuss) hieß gute Ideen und kreatives Denken willkommen, pochte allerdings auch auf deren Realisierbarkeit und die Einhaltung des Koalitionsvertrages. Tobias Gotthardt (Freie Wähler, Haushaltsausschuss) sprach von einer „Entwicklung hinsichtlich A13“ und setzt sich weiterhin für mehr Gerechtigkeit in der Lehrerbesoldung ein. Dr. Simone Strohmayr (SPD, Bildungsausschuss) möchte einige der Themen aus dem Leitantrag mutig angehen und hat sich auch dem Thema Lehrerbildung verschrieben. Matthias Fischbach  (FDP, Bildungsausschuss) forderte eine neue Vertrauenskultur und mehr Freiheiten statt Bürokratie für Lehrkräfte, damit sie innovative Ideen umsetzen können. Wir haben die Themen der Junglehrer gesetzt - nun sind wir gespannt, wann und wo Bewegung ins System kommt!


Neben der starken Motivation, die Schule von morgen mitzugestalten, durfte auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Und so knallten zum Abschluss der diesjährigen LDV die Sektkorken vor den Bildschirmkameras. Wir bedanken uns bei allen Gratulantinnen und Gratulanten! Digital tagen können wir - auch wenn die Vorfreude auf ein echtes Zusammentreffen groß ist.